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Sternschnuppen im Dezember: Die Geminiden

Der Dezember ist zwar im Gegensatz zum August und November nicht allgemein als Sternschnuppen-Monat bekannt, trotzdem erscheint im letzten Monat des Jahres ein ergiebiger Meteorstrom: Die Geminiden.

Der Radiant der Geminiden im Sternbild Zwillinge.

Ausschnitt des Sternhimmels zur Kulminationszeit des Geminiden-Radianten in Blickrichtung Süden. Der Radiant ist mit einem roten Punkt markiert.

Große Version; Bild: Screenshot Stellarium

Die Geminiden sind in der Zeit vom 4. bis 17. Dezember aktiv. Am 14. Dezember um zwei Uhr MEZ wird die Mitte des Maximums erreicht, das sich voraussichtlich vom 13. Dezember um neun Uhr bis zum 14. Dezember um sieben Uhr erstreckt. Hierbei liegt die beste Beobachtungszeit zwischen 21 Uhr und sechs Uhr. Die hohen Raten von voraussichtlich 140 bis 150 Meteoren pro Stunde erstrecken sich bei den Geminiden über mehrere Stunden. Diese Zahl bezieht sich auf einen Radianten im Zenit. In Mitteleuropa befindet sich der Radiant ca. 18 Grad (ca. 36 Vollmonddurchmesser) südlich des Zenits.

Bei den Geminiden sind erfahrungsgemäß zwei Maxima zu beobachten: Die hellen Meteore durchlaufen ihr Maximum einen Tag nach dem der schwachen Meteore. Einige Geminiden-Meteore können sehr hell werden.

Der Radiant (der Punkt, von dem alle Meteore des Stroms auszugehen scheinen), erreicht seinen höchsten Punkt am Himmel, die Kulmination, gegen zwei Uhr nachts. Es liegen für Mitteleuropa also optimale Beobachtungsbedingungen vor, zumal am 14. Dezember die Neumondphase erreicht wird.

Der Radiant der Geminiden liegt ca. ein Grad südwestlich von Castor, dem Hauptstern der Zwillinge. In der Abbildung oben ist seine Position durch einen roten Punkt markiert.

Vom Radianten scheinen zwar alle Meteore auszugehen, jedoch haben die Sternschuppen in ihm keineswegs ihren Ausgangspunkt. Viele beginnen sogar ein großes Stück vom Radiant entfernt. In ihm würden sich die Leuchtspuren treffen, wenn man sie entgegen der Ausbreitungsrichtung am Himmel verlängern würde.

Der Effekt ist mit einer Autofahrt bei Schneefall vergleichbar: Schaut man durch die Windschutzscheibe, scheinen sich alle Schneeflocken von einem gemeinsamen Punkt ausgehend auf das Auto zuzubewegen. Es ist also ein rein perspektivischer Effekt.

Viel Spaß und Erfolg beim Beobachten!

01.12.2020

Quellen:

Hans-Ulrich Keller: Kosmos Himmelsjahr 2020, S. 259, Kosmos Verlag, 2019;

https://www.meteoros.de/fileadmin/user_upload/meteore/other/ShCal20de.pdf;

Eigene Recherche mittels drehbarer Sternkarte


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