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Die große Konjunktion von Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020

Die große Konjunktion von Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020.

Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020 um 17:40 Uhr, Blickrichtung Südwest. Die Planeten erscheinen mit bloßem Auge als ein heller Doppelstern 4,75 Grad über dem Horizont; Bild: Screenshot Stellarium

Schauen wir diese Tage (Stand: 27. November 2020) während der späten Abenddämmerung in den Himmel, erkennen wir die beiden Riesenplaneten Jupiter und Saturn tief im Süden als die beiden dominierenden Gestirne dieser Himmelsregion. Aktuell befinden Sie sich in gut fünf Grad Abstand voneinander, wobei Saturn minimal nördlicher steht als der hellere Jupiter.

Der Sternenhimmel am 30. November 2020, Blickrichtung Süden.

Himmelsanblick am 30. November 2020 um 17:20 Uhr, Blickrichtung Süden. Tief in südwestlicher Richtung stehen Jupiter und Saturn eng beieinander. Hoch im Südosten steht der hell rötlich leuchtende Mars.

Große Version; Bild: Screenshot Stellarium

Bei regelmäßiger Beobachtung der beiden Planeten erkennt man, dass sie sich stetig einander annähern. Die größte Annäherung wird am 21. Dezember 2020 erreicht. Um 18 Uhr stehen Jupiter und Saturn tief am Südwesthimmel sechs Bogenminuten auseinander. Das entspricht einem Fünftel des scheinbaren Vollmond-Durchmessers. Für das bloße Auge erscheinen sie wie ein heller Doppelstern. Solche engen Begegnungen zwischen Jupiter und Saturn werden "große Konjunktion" genannt.

Bereits die Annäherung im Abstand von einigen Tagen zu verfolgen, ist ein interessantes Schauspiel für Beobachter mit dem bloßen Auge, Fernglas oder Großfeld-Teleskopen bei schwacher Vergrößerung. Bei einer engen Begegnung zweier Planeten voneinander oder mit einem hellen Stern ist die Eigenbewegung der Planeten viel deutlicher zu erkennen, als dies normalerweise der Fall ist.

Begegnung von Jupiter, Saturn und Mond

Am 17. Dezember 2020 kommt es zu einem spektakulären Himmelsanblick: Zu den beiden bereits sehr eng beieinander stehenden Gasplaneten gesellt sich in ca. drei Grad (ca. sechs scheinbare Vollmonddurchmesser) Abstand die schmale, drei Tage alte Sichel des zunehmenden Mondes:

Der Sternenhimmel am 30. November 2020, Blickrichtung Süden.

Der Anblick von Jupiter, Saturn und Mond am Abend des 17. Dezember 2020 um 17:15 Uhr. Der Mond steht ca. acht Grad (ca. 16 scheinbare Vollmonddurchmesser) über dem Horizont; Bild: Screenshot Stellarium

Die große Konjunktion

Der Höhepunkt der Annäherung erfolgt am Abend des 21. Dezember 2020: Jupiter und Saturn stehen dann im Sternbild Steinbock wie oben beschrieben nur sechs Bogenminuten auseinander. Bereits mit dem unbewaffneten Auge ein ebenso seltener wie spektakulärer Anblick, erkennt man in Teleskopen bei schwacher Vergrößerung Jupiter und Saturn zusammen im Gesichtsfeld:

Der Sternenhimmel am 30. November 2020, Blickrichtung Süden.

Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020 um 17:40 Uhr, Anblick im Fernrohr. Die Planeten stehen sechs Bogenminuten auseinander und nur ca. 4,75 Grad (9,5 scheinbare Vollmonddurchmesser) über dem Horizont.

Große Version; Bild: Screenshot Stellarium

Saturn offenbart sein Ringsystem und Jupiter lässt die Galileischen Monde und seine Wolkenbänder erkennen. Selbst bei Vergrößerungen um 150-fach lassen sich die Planeten gemeinsam beobachten. Allerdings werden sie aufgrund der horizontnahen Dunstschichten, der stärkeren Luftunruhe ("Seeing") in Horizontnähe und einiger weiterer atmosphärischer Störungen aller Voraussicht nach nicht annähernd so detailliert beobachtbar sein, als wenn sie hoch am Himmel stehen. Die Abbildung oben zeigt ebenfalls mehr Planeten-Details, als bei der Beobachtung zu erwarten sind.

Bereits kleine Teleskope ab 70 Millimeter Öffnung werden beeindruckende Beobachtungen ermöglichen.

Die nächste große Konjunktion erfolgt am 31. Oktober 2040.

Hinweis: Alle Daten für Horizonthöhen und Uhrzeiten sind für Berlin gerechnet. Abhängig vom Standort im mitteleuropäischen Raum können die Angaben um bis zu eine halbe Stunde abweichen.

Quellen:

Hans-Ulrich Keller: Kosmos Himmelsjahr 2020, S. 252-267, Kosmos Verlag, 2019;

Eigene Recherche mit Stellarium;

Eigene Beobachtungen


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