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Hayabusa2: Kapsel mit Material von Asteroid Ryugu in Australien gelandet

Die in Australien gelandete Probenkapsel von "Hayabusa2"

Die in Australien gelandete Probenkapsel von "Hayabusa2"; Bild: JAXA

Am 5. Dezember 2020 landete die Probenkapsel der JAXA-Asteroidensonde "Hayabusa2" mit Material des Asteroiden Ryugu erfolgreich im Woomera-Testgelände für Luft- und Raumfahrt in Australien. Die Kapsel konnte um 20:47 Uhr per Helikopter geborgen werden.

Nach der Bergung der Kapsel erfolgt eine Untersuchung auf ihren Zustand. Danach wird sie per Flugzeug nach Japan transportiert und in ein Labor des Forschungszentrums ISAS (Institute of Space and Astronautical Science) der JAXA gebracht.

Dort wird an ihr ein Mechanismus angebracht, der zum Öffnen der Kapsel erforderlich ist. Sie wird in einem Reinraum robotisch geöffnet und die Partikel kuratiert und erstmalig beschrieben. Die geochemische, mineralogische und mikroskopische Untersuchung erfolgt dann ab Mitte 2021.

Im DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof wird ein neues Labor mit dem Schwerpunkt auf spektroskopische Untersuchungen eingerichtet. Es soll 2022 in Betrieb gehen.

Hayabusa2 setzt ihre Mission fort und steuert den schnell rotierenden Asteroiden "1998 KY26" an.

Asteroid Ryugu

Asteroid Ryugu.

Asteroid Ryugu, aufgenommen von "Hayabusa2"

Große Version; Bild: ISAS, Jaxa, Hayabusa2-Team

Ryugu ist knapp ein Kilometer groß und zählt zu den erdnahen Asteroiden (Near Earth Objects; NEOs). Allerdings kommt er der Erde nicht extrem nahe, so dass keine Kollisionsgefahr besteht. Sein Alter beträgt ca. 4,5 Milliarden Jahre. Ryugu ist also ein Relikt aus der Frühzeit des Sonnensystems.

Er ist ein kohlenstoffreicher C-Typ-Asteroid. In seinem Inneren ist er kein fester Körper, sondern besteht, wie auf dem Bild der Oberfläche, komplett aus lose durch die Schwerkraft zusammen gehaltenen Gesteinsbrocken. Hieraus folgt eine hohe Porösität und geringer Zusammenhalt des Asteroiden. (Die Gravitationskräfte eines Körpers dieser Größe sind extrem schwach und reichen gerade eben aus, um den Körper zusammen zu halten; Anmerkung des Autors.) Tritt ein solcher Körper in die Erdatmosphäre ein, zerfällt er vermutlich in zahlreiche Fragmente.

Daher findet man Meteorite dieser Klasse auf der Erde extrem selten, da sie meistens beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Gerade hierin liegt die hohe wissenschaftliche Bedeutung der Hayabusa2-Mission: Man erhofft sich neue Erkenntnisse über die Eigenschaften und Zusammensetzung dieser Asteroidenklasse, um eventuelle spätere Kollisionen mit solchen Körpern effektiv abwenden zu können.

06.12.2020

Quelle: DLR-Pressemitteilung vom 3./6. Dezember 2020


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