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IC 4593: Ein kosmischer
Amethyst um einen sterbenden Stern

Der Planetarische Nebel IC 4593.

Der Planetarische Nebel IC 4593.
Komposit aus Daten des Chandra-Röntgen-Satelliten und des Hubble-Weltraumteleskops.

Große Version; Bild: NASA/CXC/UNAM/J. Toala et al. (Röntgenlicht); NASA/STScI (optisch)

Amethyste sind Halbedelsteine, die sich auf der Erde bilden können, wenn von Lava eingeschlossene Gasblasen abkühlen. Sonnenähnliche Sterne sind am Ende ihres Lebenszyklus in der Lage, Strukturen zu bilden, die die Faszination dieser beeindruckenden Schmucksteine aufweisen.

Wenn Sterne mit etwa Sonnenmasse ihren Wasserstoff-Vorrat aufgebraucht haben, stoßen sie ihre äußeren Hüllen ab und ihre Kerne beginnen zu schrumpfen. Mit Hilfe des Chandra-Röntgenteleskops haben Astronomen um einen solchen sterbenden Stern, den planetarischen Nebel IC 4593, eine Blase aus ultra-heißem Gas entdeckt. Mit einer Entfernung von 7800 Lichtjahren ist er der entfernteste planetarische Nebel, der bisher mit Chandra untersucht wurde.

Auf diesem Bild erscheinen die Röntgenstrahlen in einem violetten Farbton, ähnlich dem von Amethysten, die in Geoden gefunden werden. (Anmerkung des Autors: Geoden, auch Drusen genannt, sind hohle Steine, die mit Mineralen und Kristallen ausgekleidet sind. Eine typische Amethyst-Geode hat eine grünliche Gesteinsoberfläche und ist innen mit tief violetten Quarzkristallen ausgekleidet.)

Die von Chandra detektierte Gasblase ist mehr als eine Million Grad heiß. Diese Temperaturen entstehen, wenn vom Kern abgestoßenes Material mit den früher ausgestoßenen Gasmassen kollidiert. (Anmerkung des Autors: Das Gas ist zwar extrem heiß, aber gleichzeitig auch extrem dünn. Befände man sich innerhalb der Gaswolke, würde man sie maximal als Zimmertemperatur empfinden.)

Das Kompositbild enthält auch Bilddaten des Hubble-Weltraumteleskops (pinke und grüne Farbtöne). Die Pinken Regionen resultieren aus einer Überlappung der Emissionen kühleren Gasas, das von früheren Gasausbrüchen aus Stickstoff, Sauerstoff und Wasserstoff stammt. Die grünen Bereiche bestehen hauptsächlich aus Stickstoff.

Zusätzlich zum heißen Gas wurden auch Hinweise auf eine punktförmige Röntgenquelle im Zentrum von IC 4593 gefunden, die eine höhere Energie als die Gasblase aufweist. Sie könnte vom Zentralstern, der seine äußeren Gasschichten abgestoßen hat, stammen, aber auch ein Hinweis auf einen noch unentdeckten Begleitstern sein.

Planetarische Nebel haben nichts mit Planeten gemeinsam. Die Benennung dieser Objektklasse erfolgte vor ca. 200 Jahren, da sie in kleinen Teleskopen wie Planetenscheibchen erscheinen. Sie bilden sich, nachdem das Innere eines Sterns mit etwa Sonnenmasse kontrahiert und gleichzeitig die äußere Hülle des Sterns abgestoßen wird, dabei expandiert und sich abkühlt. Die äußere Hülle der Sonne könnte sich in einigen Milliarden Jahren in ihrer Phase als Roter Riese bis zur Venusbahn ausdehnen.

15.11.2020

Quelle: https://www.nasa.gov/mission_pages/chandra/images/a-cosmic-amethyst-in-a-dying-star.html

 

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