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Sternschnuppen im November: Die Leoniden

Der November ist als Sternschnuppen-Monat bekannt, da in diesem Monat besonders viele Sternschnuppen (Meteore) zu beobachten sind. Ursache ist der Leoniden-Meteorstrom.

Der Meteorstrom ist vom 13. bis 30. November aktiv. Es tritt ein spitzes Maximum in der Nacht zum 17. November auf. Von Mitternacht bis in den frühen Morgen sind bei dunklem Himmel bis zu 15 Meteore pro Stunde zu erwarten. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 70 Kilometer pro Sekunde wandern sie sehr schnell über den Himmel.

Zum Zeitpunkt des Maximums befindet sich die zwei Tage alte Mondsichel unterhalb des Horizonts. An Standorten ohne künstliche Lichtverschmutzung sind bei klarem Himmel auch schwächere Meteore beobachtbar.

Der Radiant dieses Sternschnuppenstroms befindet sich im Sternbild Löwe (Leo) im Bereich des Kopfes des Löwen:

Der Radiant des Leoniden-Meteorstroms im Sternbild Löwe

Das ist der Punkt, von dem alle Meteore eines Meteorstroms auszugehen scheinen: Verlängert man ihre Spuren nach hinten, würden sie sich in ihm schneiden. Man muss in Richtung des Radianten schauen, um möglichst viele Sternschnuppen zu beobachten.

Allerdings nehmen nur die wenigsten Meteorspuren ihren Anfang in seiner unmittelbaren Nähe. Viele erscheinen in einer gewissen Distanz zum Radianten.

Die meisten Sternschnuppen eines solchen Stroms sind gegen Morgen in östlicher Richtung zu beobachten. Dann schaut man in die Bewegungsrichtung der Erde um die Sonne.

Dieser Meteorstrom-Effekt ist mit dem Blick aus der Windschutzscheibe eines fahrenden Autos bei Schneefall zu vergleichen: Die Schneeflocken treffen auf die Frontscheibe und scheinen aus einem gemeinsamen Punkt zu kommen.

Hintergrund: Die Leoniden

Die Leoniden bestehen aus Partikeln, die Komet Tempel-Tuttle verloren hat. Sie verteilen sich entlang seiner Bahn. Im oben genannten Zeitraum durchquert die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne die Umlaufbahn des Kometen und damit seine Partikelwolke.

Da er eine Umlaufzeit von 33 Jahren hat, ist auch in diesen Abständen ein besonders starker Meteorstrom zu erwarten. Aktuell befindet sich Tempel-Tuttle jedoch in der Nähe seines sonnenfernsten Bahnpunktes. Daher fällt der Leoniden-Meteorstrom in diesem Jahr vergleichsweise schwach aus.

24.10.2020

Quelle: Kosmos Himmelsjahr 2020, S. 240 f.; Kosmos-Verlag

 

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